Andrew Lloyd Webber wurde am 22. März 1948 in London geboren. Sein Vater, William Southcombe Lloyd Webber, war Professor für Musiktheorie und Komposition am "Royal College of Music", seine Mutter eine anerkannte Musiklehrerin und sein Bruder Julian Lloyd Webber ist ein bekannter Cellist. 

Bei so viel Musik in der Familie ist es kein Wunder, dass Andrew auch Interesse daran fand, nicht zuletzt deshalb, weil den ganzen Tag über Musik im Hause Webber zu hören war. Für die enorme Geräuschkulisse sorgten Vaters elektronische Orgel, vier Klaviere, Julians Cello oder Andrews Waldhorn, mehrere Plattenspieler und einige Radios und das lärmende Fernsehgerät der tauben Großmutter. 

Als Kind baute sich Andrew aus einem alten Plattenspieler sein erstes eigenes Theater, worin sein Bruder Julian die Zinnsoldaten auftreten ließ und er auf dem Klavier die Vorstellung musikalisch untermalte.

Während seiner Schulzeit, in der er eher durch mangelnden Fleiß als durch Leistungen auffiel, komponierte er seine ersten Stücke für kleinere Schulaufführungen. 1963 schrieb er einige Musikstücke und schickte sie an einen Schallplattenproduzenten der DECCA. In dieser Zeit lernte er Tim Rice kennen, der die Texte zu seiner Musik schreiben sollte. Ihr erstes gemeinsames Werk war eine 15-minütige Version vom JOSEPH, eine Rock ´n´Roll - Fassung eines biblischen Stoffes, die in der Colet Court School in der Hammersmith Road in London uraufgeführt wurde. Andrews Vater sorgte für eine zweite Aufführung, die bereits 20 Minuten länger war und für eine Rockgruppe und ein Orchester erweitert wurde.

Ihr zweites gemeinsames Werk war JESUS CHRIST SUPERSTAR, das zunächst als Schallplatte veröffentlicht wurde und dank des großen Erfolges auf die Bühne kam und verfilmt wurde. Ihr letztes gemeinsames Werk war EVITA, ein Musical, in dem sie das Leben der argentinischen Legende Eva Peron nachzeichneten.

Inzwischen war Webber reich und wollte beweisen, dass er auch alleine, ohne Tim Rice Erfolge haben könne. Dies gelang ihm jedoch erst Jahre später mit seiner Idee, Katzen auf der Bühne tanzen zu lassen. In eines der Kätzchen verliebte sich der Komponist besonders und machte es zu seiner zweiten Ehefrau: Sarah Brightman, eine heute sehr bekannte Sängerin. ("Time To Say Goodbye"). Sie ist übrigens inzwischen abgelöst durch Ehefrau Nummer drei.

Drei Jahre brauchte Lloyd Webber, bis ihm etwas einfiel, das den Erfolg von CATS in den Schatten stellen konnte, dann schickte er die Züge ins Rennen. STARLIGHT EXPRESS ist eine rasante Show, in der die Schauspieler nicht nur singen sondern auch noch Rollschuh laufen mussten.
Im Jahr 1982 starb sein Vater und Andrew komponierte für ihn ein REQUIEM, das mit Placido Domingo und Sarah Brightman aufgeführt wurde.

Im Jahr 1986 stellte er alles bis dahin Komponierte in den Schatten mit seiner romantischen Oper DAS PHANTOM DER OPER, was er eigens für Sarah Brightman schrieb. Als Vorlage diente das gleichnamige Buch von Gaston Leroux, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Bestseller war.

Das war zweifellos der bisherige Höhepunkt seiner Karriere, in der er unzählige Auszeichnungen wie Tony Awards (Oscar für Musicals), Auszeichnung für die beste zeitgenössische klassische Komposition für REQUIEM und seiner Erhebung in den Adelsstand durch Queen Elisabeth zum Sir Andrew Lloyd Webber im Jahr 1992.

Nur eines blieb dem Genie bis jetzt verwehrt: die Anerkennung der Musical-Metropole, des Broadway in New York. Während er im Londoner Westend Triumph um Triumph feiert und obwohl er alle nur denkbaren Rekorde, wie Anzahl der Aufführungen, Anzahl der zur selben Zeit gespielten Musicals, Höhe der Besucherzahlen und Gesamteinnahmen auch am Broadway gebrochen hat, bezeichnen ihn die New Yorker Kritiker als mittelmäßig. Schließlich ist das Musical eine amerikanische Erfindung, im Gegensatz zur europäischen Oper oder Operette, und da soll kein Europäer als größter Held gefeiert werden.

Aber Sir Andrew Lloyd Webber hat genügend Talent und Geschäftssinn, um seine eigenen Erfolge in Zukunft noch in Schatten stellen zu können und um seine Kritiker endgültig verstummen zu lassen.